Am vergangene Wochenende konnte ich wieder ein „erstes Mal“ in den Kalender eintragen: Mein erstes Barcamp Rhein-Main. Jetzt ist es ja nicht so, dass Barcamps oder ähnliche offene Formate für mich neu sind. Im Gegenteil: Ich besuche verschiedene – meist themeneorientierte – Barcamps, organisiere (gemeinsam mit fantastischen Mitstreitern) unter anderem das PM Camp Rhein-Main, plane gerade der Management Innovation Camp und für April 2016 haben wir mal eben 2 Fincas auf Mallorca für eine Woche komplett gemietet (also dranbleiben, das könnte noch spannend werden).

Allerdings war ich dieses Jahr zu erstem Mal beim #BCRM. Ein Event, das mittlerweile sein 7. Jahr feiert.

Jetzt unterscheidet sich ein offenes (manche sagen „echtes“) Barcamp doch sehr von den oben genannten eher themenspezifischen Veranstaltungen. Man weiss tatsächlich nicht, was auf einen zukommt. Insofern könnte man es hilfreich finden, dass es vorab eine Liste möglicher Themen gibt, in die sich jeder mit seinen Interessen eintragen kann. Eine Idee, über die wir bei unseren Events auch schon mehrfach nachgedacht haben. Leider – wie ich live feststellen konnte – keine optimale Idee. Der Grund ist auch sehr einfach erklärt: Die Agenda bei einem Barcamp entsteht live. Ohne Wenn und Aber. Und sie hat dann unter Umständen recht wenig mit dem zu tun, was vorab an Ideen eingereicht wurde. Zwei Tage vor dem #BCRM15 habe ich aufgrund der damals sehr rudimentär gefüllten Liste tatsächlich überlegt, zu Hause zu bleiben. Gut, dass ich es nicht getan habe.

Die Sessionplanung brachte eine immense Themenvielfalt hervor. Es gab keineswegs nur Nerd-Themen oder Katzencontent (wobei der tatsächlich auch vertreten war 😉 ), sondern eine wirklich gute Mischung, bei der wirklich jeder etwas Interessantes finden konnte.

Positiv überrascht war ich über die wirklich hohe Qualität der angebotenen Sessions (zumindest derjenigen, die ich besucht habe). Hier ein Auszug:

E-Lerning Community-Erfolgskriterien (@NicolaAppel)

Spannende Einblicke in eine funktionierende Community für Ersteller von ELearning-Kursen. Auch hier wird ganz klar, dass „Community“ immer ein Geben und Nehmen ist und nur so funktioniert.

User centered kommunizieren (@norbertgilles )

Zentrales Thema waren Methoden zur zielgruppenspezifischen Kommunikation, etwa Personas oder die Motivkarte (a.k.a. Limbic Map) mit der Einteilung der Motive und Werte jedes Menschen in Stimulanz, Balance oder Dominanz. Interessante, wenn auch nicht überraschende Erkenntnis war, dass Dominanz das stärkste Motiv darstellt.

Dann kamen die

Webcomics mit (@ ingmardrewing)

Eine Session, die weniger um das Zeichen selbst, sondern um das ganze „Drumherum“ (wie finde ich Themen, wie „wird man kreativ“, wie erkenne ich, was die Zielgruppe interessiert und wir bringe ich meine Comics zu ihnen).

Alles gepaart mit der Erkenntnis, dass  – obwohl es oft heisst, es wäre nicht wichtig, ob man zeichnen kann – der Ingmar es einfach besser kann als ich 😉

Ganz wichtiges Learning: Sessions brauchen interessante Titel! Wenn man sie beispielsweise

I2P (Darknet) – Was ist das?

nennt, wird sie garantiert brechend voll. Ganz nebenbei war Helge Richters Session gar nicht mal so Techie-lastig, wie man vermuten könnte, sondern wirklich für jeden, der sich ein wenig für Datenschutz interessiert, super spannend.

Nicht zuletzt muss ich natürlich die Session meines PMCampRM-Kollegen Marco Franz erwähnen:

ProjektManager und Skipper-Realität

Er offenbarte durchaus witzige Parallelen zwischen einen Projekt und einem Segeltörn. Über die Diskrepanz  zwischen Selbsteinschätzung und Fremdwahrnehmung, den einen oder anderen Point of no Return und – my favorite – Stinkstiefel an Bord.

An dieser Stelle auch nochmals ein herzliches Dankeschön an das Organisationsteam, das eine rundum professionellen Job und damit das Barcamp Rhein-Main zum Erfolg gemacht hat.

Mein Fazit

Das Barcamp Rhein-Main hat einen neuen Fan gefunden! Freue mich auf’s nächste Jahr!