Kürzlich war ich Teilnehmer des WordCamp in Nürnberg. Eine Konferenz der WordPress Community, die einerseits sehr detailliert durchgeplant ist (warum die Veranstaltung dann „Camp“ heißt, erschließt sich mich leider bis heute nicht), sich aber dennoch sehr wohltuend von vielen anderen Konferenzen unterscheidet. Das Event wird nämlich im Wesentlichen von Sponsoren getragen, die sehr passend ausgewählt waren und sich erfreulicherweise allesamt angenehm dezent verhielten. Im Gegensatz zu anderen kommerziellen Konferenzen steht beim WordCamp der Austausch der Community im Vordergrund. Was dann doch wieder eine Art Camp-Charakter ist. (Das aber nur am Rande – das Thema #unCONFERENCING beleuchten wir ja an anderer Stelle häufiger.)
Historie und Status der Software
Wichtig war, dass es um WordPress ging. WordPress ist eine freie Weblog-Software, die seit 2003 am Markt ist und ursprünglich der Pflege und Verwaltung von Weblogs – heute kennt das wohl jeder unter dem Begriff „Blogs“ – diente. Seit 2006 (WordPress 2.0) beschäftige auch ich selbst mich recht intensiv mit dem Produkt, das seitdem einer massiven technischen Weiterentwicklung unterliegt und sich einer unglaublich großen Community an Nutzern und Mitwirkenden („Contributors“) erfreuen kann. Seit dieser Zeit hat sich WordPress von der Blogsoftware (die ursprünglich genau das sehr gut, aber eben nicht mehr konnte) zu einem ernst zu nehmenden CMS-System entwickelt. Insbesondere die riesige Entwicklercommunity treibt das Produkt hierbei immer mehr nach vorn. Stand April 2016 beträgt der Marktanteil von WordPress am weltweiten CMS-Markt satte 59,3%. Die Stabilität und Sicherheit der Software hält dem Vergleich mit kommerziellen Produkten problemlos stand.
Was macht WordPress nun gerade für kleine Unternehmen so interessant?
Beleuchten wir einmal die Anforderungen, die insbesondere kleine Unternehmen an ihren Website-Betrieb stellen:
WordPress  …
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ist einfach

Eines der wichtigsten Argumente für WordPress als Website-Basis ist die bestechend einfache Bedienung. Und zwar sowohl bezogen war die Administration als auch auf die Bedienung bei der Content-Erstellung. Natürlich ist auch bei der Administration von WordPress eine gewisse Sachkenntnis erforderlich. Aber wenn man diese Aufgaben nicht selbst übernehmen kann oder will, halten sich die hierfür notwendigen Budgets in sehr engen Grenzen.

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ist flexibel

WordPress ist längst mehr als eine bloße Blog-Software. Es bietet die basis für eine Vielzahl von Anwendungen: Websites, Community-Plattformen, Webshops, usw. Die Integration von Drittsystemen ist in aller Regel spielend leicht zu bewerkstelligen. Nicht zu vergessen die jederzeit mögliche und problemlose Erweiterbarkeit um verschiedenste Funktionen.

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ist erweiterbar

WordPress allein macht nicht glücklich. Entscheidend ist, dass sich um WordPress herum ein Ökosystem gebildet hat, das es in sich hat. Aktuell (April 2016) sind im offiziellen WordPress Pluginverzeichnis mehr als 44.000 Plugins gelistet, mehr als 1,25 Mrd. Downloads wurden bisher verzeichnet. Es ist nahezu unmöglich, für seines Anwendungsfall kein passendes Plugin zu finden.

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ist günstig

Gerade bei KMU spielt das Budget natürlich eine tragende Rolle. Das ist bei der Auswahl eines Website-Systems oder CMS nicht anders als bei anderen Investitions- und Betriebsentscheidungen. Zunächst ist WordPress ein Open Source-Product, dass komplett kostenfrei angeboten wird. In Kombination mit einem großartigen Community-Support, regelmäßigen Updates und die Vielzahl der kostenfreien oder sehr günstigen Plugins wird WordPress zu einem extrem kostengünstigen System.

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ist sicher

Klar – jede größer die Verbreitung eines Softwareprodukts, desto größer die Attraktivität als Ziel für Kriminelle.  Wordpress hat aufgrund seines Marktanteils natürlich mit einem gewissen Risikofaktor zu kämpfen. Hier greift aber im Gegensatz zu kommerziellen Produkten einer der Vorteile der Community: Fehler werden extrem schnell erkannt und i.d.R. umgehend behoben und per Update breitgestellt. Ein weiterer Aspekt sind ein wirkungsvolles Berechtigungssystem, das via Plugin noch deutlich erweitert werden kann sowie eine Vielzahl von optionalen Sicherheitssystemen, die ebenfalls über Plugins implementiert werden können.

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ermöglicht Interaktion

Eine Website ist die Basis für die Präsentation und Kundenkommunikation online. Jedoch muss diese Basis nahtlos mit anderen Kanälen zusammenarbeiten. Eine WordPress-basierte Website bietet ihrem Betreiber die problemlose Integration mit allen relevanten Plattformen: Twitter, Facebook, Google Plus, LinkedIn, etc. sowie mit anderen Websites. Sie ermöglicht so die nahtlose Publikation der Inhalte auf einer Vielzahl von Wegen und hilft so, die richtigen Besucher auf die Website zu leiten.

Zur Erinnerung: Wir schreiben das Jahr 2016. Telefonbücher eignen sich bestenfalls noch als kostenlose Kaminanzünder. Quasi jeder relevante potenzielle Kunde besitzt ein Smartphone, zumindest aber einen Internetzugang. Unternehmen, die nicht im Web gefunden werden, vergeben sich ein enormes Potenzial oder verlieren sogar Jahr für Jahr weitere Kunden. Dennoch verfügt eine (erschreckend) hohe Zahl an kleinen und auch mittelständischen Unternehmen noch nicht einmal über eine Website, von Social Media-Aktivitäten ganz zu schweigen. Dabei ist es bei Auswahl eines so erprobten Systems wie bspw. WordPress sehr leicht oder bei Auswahl eines professionellen Dienstleisters sehr günstig, eine Unternehmenswebsite aufzubauen und zu betreiben: „A Piece of Cake“.

Warum WordPress für KMU?

Natürlich ersetzt eine einfache Bedienung der Software nicht den hochwertigen Content. Für die Erstellung Ihrer Website-Inhalte sollten KMU durchaus den Einsatz qualifizierter PR-Profis oder Texter und Fotografen in Betracht ziehen – eine Investition, die sich in den meisten Fällen wirklich lohnen wird.

WordPress bietet aber gegenüber den meisten anderen Content-Management-Systemen und Website-Produkten einen wichtigen Aspekt: Einmal (richtig) aufgesetzt, ist die Benutzung – vor allem Erzeugen von Online-Inhalten – besonders einfach. Für KMU bedeutet dies einen ganz entscheidenden Vorteil: die Unabhängigkeit von einer Webdesign-Agentur, bei der im Zweifel jede Formatierungsänderung und jedes Crossposting von Website-Artikeln auf Facebook, Google+ oder anderen Plattformen bares Geld kosten würde. Dieses Geld ist ganz sicher besser angelegt in hochwertigen Fotos und professionellen Texten.

Ansionsten gilt: Einfach machen! Denn auch hierbei ist WordPress eben eine gute Wahl: Änderungen an Website-Inhalten sind im Zweifel in wenigen Minuten erledigt. So können Websitebetreiber relativ risikolos ausprobieren, welche Inhalte bei ihren Interessenten und Kunden am basten ankommen. Viel Erfolg dabei!